Wenn der Winter alles in sein Weiß taucht, liegen Vergnügen, Streß und Not knapp nebeneinander. Tausende Menschen sind im Einsatz, um den Traum zu ermöglichen und die Wintergefahren nicht zum Trauma werden zu lassen.Beim Roten Kreuz meint man: „Es passiert das ganze Jahr über genug, der Winter läßt das Einsatzaufkommen nicht steigen, ausgenommen ein paar kurzfristige Spitzen.“ Das Landes-Feuerwehr-Kommando macht andere Erfahrungen. Herr Burger sagt, daß die Feuerwehren im Winter mehr gefordert sind – Unfallstellen räumen, bergen, Menschen aus einem Wrack schneiden. Hier kommt dem Land zugute, daß es in Oberösterreich viele Feuerwehren gibt. Bei den 897 Freiwilligen Feuerwehren, 37 Betriebs-Feuerwehren und einer Berufsfeuerwehr sind 66.160 aktive Mitglieder registriert sowie 13.960 Reserve-Feuerwehrleute (über 65 Jahre alt). Fast 7.000 sind bei der Feuerwehr-Jugend. Der Ein- und Austritt ist freiwillig, der Dienst ist Pflicht, läßt sich ihre Dienst-Auffassung auf den Punkt bringen.Egal, bei wem man sich umhört, mit Kritik an jenen, die glauben, sie bräuchten ihre Fahrweise im Winter nicht umzustellen, wird nicht gespart. Am meisten „Sünder“ gibt es unter den Lkw-Fahrern. Viele glauben, sie kämen trotz Schneefahrbahn ohne Ketten durch. Dieses beobachten Feuerwehr, Gendamerie und Straßenmeisterei. Herr Enzenebner vom Landes-Gendamerie-Kommando spitzt die Sache zu: „Technisches Versagen ist in der heutigen Zeit ja in der Minderheit; es sind die Menschen, die sich von den Straßenverhältnissen überraschen lassen.“Hofrat Tinkler, zuständig in der Landesbaudirektion für die Straßenmeistereien, vergleicht den heurigen Winter mit jenem als Katastrophenwinter bezeichneten des Jahres 1995/96: Heuer wurde auf den 1.600 km Bundes- und 1.300 km Landesstraßen sowie 245 km Autobahnen (mit 1.200 km Fahrstreifen) schon bis Mitte Jänner mehr Salz gestreut als im Winter vor drei Jahren (17.000 Tonnen). 500 Beschäftigte sind mit den 80 Salzstreuern und 150 Schneepflügen auf den Bundes- und Landesstraßen oft rund um die Uhr im Einsatz, ebenso die 36 Winterdienstfahrzeuge auf den Autobahnen und 12 Unimogs auf den Autobahn-Nebenanlagen. In den Medien hörte man von der Salzknappheit. Hofrat Tinkler verweist auf die Zusage der Salinen AG, Salz aus dem Ausland heranschaffen zu wollen. Allerdings wird europaweit Streusalz eine Mangelware. Wer auf Oberösterreichs Straßen unterwegs ist, sollte sich vor Augen halten, wieviele Menschen im Hinter- und Vordergrund den Verkehrsteilnehmern ihre Dienste zur Verfügung stellen. Mehr als 66.000 Feuerwehrleute und mehr als 10.000 Menschen beim Roten Kreuz (dazu kommen noch die Mitarbeiter/innen des Arbeiter-Samariterbundes) sowie viele andere, die im Dienste der Sicherheit stehen.