„Nichts geht mehr - mit Kommunikation zur Konfliktlösung”. Das war das Thema – und zugleich die Antwort – einer Mediendiskussion, die im November in Wien stattfand.Ohne daß die Situation der österreichischen Kirche ausdrücklich analysiert wurde, schienen viele Statements Stil und Verlauf der kirchlichen Auseinandersetzung treffend zu beschreiben und zu erhellen.In Demokratien und komplexen Wirtschaftssystemen sind Konflikte unvermeidbar, ja sie sind sogar notwendig, damit Neues entstehen kann, erklären die beiden PR-Agentur-Chefs, Dr. Alfred Autischer und Christian Kollmann: „Damit Konflikte nicht zu existenzgefährdenden Krisen werden, sind vor allem zwei Dinge notwendig: Die Kommunikationsfähigkeit und die Glaubwürdigkeit der jeweiligen Konfliktparteien“. Glaubwürdigkeit ist das Kapital, das in Auseinandersetzungen am meisten zählt. Es fällt den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft nicht in den Schoß, sondern ist das Ergebnis langfristiger und professioneller Kommunikation. Gerade in Konfliktsituationen sei es wichtig, die eigene Glaubwürdigkeit nicht dadurch zu zerstören, daß man das Image des Kontrahenten ruiniert. Zeit für KompromisseWie engagierter Dialog zielführend sein kann, berichtete Dr. Nikolaus Thaller vom Mobiltelefonbetreiber Connect Austria. Er leitet eine Spezialabteilung zur Krisenkommunikation, die mit „Sendemasten“-Gegnern Kontakt aufnimmt. Obwohl beispielsweise in Salzburg Sendemasten-Baustellen besetzt wurden, ist es seiner Abteilung gelungen, von dreizehn beeinspruchten Masten elf im Einvernehmen mit der Anrainern zu errichten. Thaller verschweigt natürlich nicht, daß sehr viel Zeit in Gespräche investiert wurde, und daß Kompromisse gefunden werden mußten.