Bischof Aichern leitete ökumenischen Wortgottesdienst im Stephansdom
Ausgabe: 1998/49, KZ, Gedenkjahr
02.12.1998
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Zum Abschluß des Gedenkjahres 1938-1998 überbrachte der Linzer Bischof Maximilian Aichern am 26. November abends Erde aus der Aschenhalde des einstigen Konzentrationslagers Mauthausen in den Wiener Stephansdom. Im Rahmen eines ökumenischen Wortgottesdienstes wurde die Urne mit der „vom Blut so vieler Opfer aus vielen Nationen getränkten Erde“ (Aichern) in das gotische Kruzifix der Barbarakapelle des Domes eingefügt. In diesem Kreuz wird seit 1983 auch Erde aus dem KZ Auschwitz aufbewahrt. Die Erde im Stephansdom, die aus einem Konzentrationslager kommt, ist – so Bischof Aichern – „ein mahnendes Zeichen für den Einsatz gegen Terror und Unmenschlichkeit.“ Sie sei zugleich „Ansporn für das Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde.“ Ein besonderer Gruß Bischof Aicherns galt ehemaligen Mauthausener KZ-Häftlingen.