Kirchham bei Gmunden: Die neue Kirche ist ein gelungenes Bauwerk
Ausgabe: 1998/49, Kirchham
02.12.1998
- Walter Bachmayr
Das jahrelange, auch interne Ringen um eine neue Kirche fand am ersten Adventsonntag, 29. November, mit der Kirchweihe einen sehr würdigen Abschluß.Die Planung des neuen Gotteshauses von Kirchham erfolgte durch Architekt Mag. Friedrich Kurrent aus München. Die spätgotische Pfarrkirche aus dem Ende des 15. Jahrhunderts entsprach schon lange nicht mehr den Anforderungen an die Feier der Gottesdienste und war für die 1.800 Katholiken der Pfarre viel zu klein. Der Plan einer Erweiterung der alten Kirche mündete jedoch nach Beratung mit diözesanen Fachleuten und dem Denkmalamt in die Entscheidung für einen Kirchenneubau neben der alten Kirche. Diese wird nach noch folgender Renovierung für die Wochentagsgottesdienste sowie für Taufen und Trauungen weiter benützt.Architekt Kurrent hat dem Langhaus der gotischen Hallenkirche ein Breithaus von 13 mal 18 Metern zur Seite gestellt. Über dessen 7 Meter hohen Umfassungswänden erhebt sich ein offenes Zeltdach in Leimbinderkonstruktion und überspannt den Kirchenraum. Genau unter der Spitze, die aus der Raummitte gerückt ist, befindet sich der kelchartig geformte Altar aus Waldviertler Dyorit, ein Werk des Bildhauers Franz Xaver Ölzant.Die Bankreihen für die Gottesdienstgemeinde umgeben im Halbkreis den Altarraum, der leicht nach außen gewölbt ist. Zwölf hochliegende Fenster im Rücken der Gemeinde bestimmen die natürliche Lichtführung des Raumes. Die künstliche Beleuchtung erfolgt in erster Linie über einen von der Raumspitze abgehängten 12-flammigen Luster von 6 Metern Durchmesser. Vortragskreuz, Kerzenleuchter und Torgriffe schuf der oberösterreichische Bildhauer Sepp Auer.Eine wunderschöne Marienstatue aus Keramik als Leihgabe stammt von der verstorbenen Gattin des Architekten, Maria Biljan-Bilger. Auch die Taube in der Laterne hoch über dem Altar, den Heiligen Geist symbolisierend, ist ein Entwurf von ihr und wurde von der Malerin Margarethe Scholl-Braun als Deckenmalerei ausgeführt.Der Abstand zwischen alter und neuer Kirche wird als Verbindungsraum und Vorraum genutzt und ist mit einem Glasdach überdeckt. Der so entstandene, bislang nicht vorhandene Kirchenplatz lädt zum Verweilen vor und nach den Gottesdiensten ein, er bietet Raum für Feste verschiedenster Art, für Hochzeits- und Taufgäste sowie für die Trauergemeinde vor dem Weg zum Friedhof.Die Gesamtkosten der neuen Kirche betragen einschließlich der statischen Absicherung der alten Kirche rund S 27,55 Millionen, 20% davon – rund S 5,51 Millionen – muß die Pfarre aufbringen, dazu kommen noch die Einrichtungskosten. Der verbleibende Hauptanteil wird von der Diözese aus Kirchenbeitragsgeldern finanziert.