Timelkam: Wir sind nicht zu Skavinnen und Skaven des Konsums geschaffen
Ausgabe: 1998/46, Timelkam, Sonntag
10.11.1998
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Zum Thema „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht“ (Psalm 118) versammelten sich in der nahezu vollen Mehrzweckhalle am 26. Oktober, dem Nationalfeiertag, viele Timelkamer/innen zu einem ökumenischen Gottesdienst.Auf Initiative der kath. und evang. Pfarrgemeinde sowie der Marktgemeinde machten zahlreiche Mitwirkende dieser Gedenkstunde, in der sich der Bogen vom 60-Jahr-Bedenken des Beginns der Hitlerherrschaft in Österreich bis zu den heutigen Diskussionen um ein Offenhalten der Geschäfte an Sonn- und Feiertagen spannte, zu einem beeindruckenden Erlebnis.Bürgermeister Offenberger betonte einleitend die Wichtigkeit von Gemeinde und Gemeinschaft für das gelingende Leben des/der einzelnen. Hannelore Reiner, Pfarrerin der evang. Pfarrgemeinde hob besonders die Gültigkeit des Psalmwortes für alle Tage unseres Lebens hervor. In kurzen und einprägsamen Worten sagten Timelkamer Bürger/innen, was für sie der Sonntag bedeutet.Allen gemeinsam war dabei die Sorge, daß ein Offenhalten der Geschäfte an Sonn- und Feiertagen und damit verbunden die Notwendigkeit, daß noch mehr Leute auch an Sonntagen arbeiten müssen, das Leben der Menschen schwer beeinträchtigen würde. Arbeitsfreie Tage – über Wochen verteilt – könnten niemals den gemeinsamen Tag für Familien-, Gemeinde- und Vereinsleben ersetzen.Dies war auch der Kernpunkt der Predigt des kath. Pfarrers Franz Kniewasser. Besonders der drohende Verlust von Werten, Institutionen und auch gemeinsam erkämpften Errungenschaften, rücke ihre Bedeutung für die Menschen oft erst wieder ins Bewußtsein. „Wir sind nicht zu Sklavinnen und Sklaven des Konsums geschaffen, sondern unsere tiefste Würde ist es, freie Töchter und Söhne Gottes zu sein“, sagte Pfarrer Kniewasser.Die Feierstunde, zu der parallel auch ein ökumenischer Kindergottesdienst gefeiert wurde, wurde von der Marktmusik und dem Gesangsverein Timelkam musikalisch umahmt.Mitarbeiter der Betriebsseelsorge „Treffpunkt Arbeit und Kirche“ Vöcklabruck boten vor dem Veranstaltungssaal weitere Informationen und Argumente zum Thema „Sonntag“.