Mehr als die Hälfte aller Frauen mit kleinen Kindern wünscht sich als dringendste Maßnahme der Familienpolitik eine bessere Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit. Im Bildungshaus St. Virgil (Salzburg) findet dazu am 13. und 14. November eine Studientagung statt.Flexibilisierung ist ein Lieblingswort der Wirtschaft. Nur wenn es darum geht, flexibel auf die unterschiedlichen Lebensphasen der Mitarbeiter/innen zu reagieren, gibt es zum Teil große Defizite. Ein Beispiel dafür ist, daß viele junge Mütter und Väter große Schwierigkeiten haben, Erwerbs- und Familienarbeit unter einen Hut zu bringen. Die Folgen sind u.a. der deutliche Geburtenrückgang in fast allen Staaten Europas, die Benachteiligung von Frauen beim beruflichen Ein- und Fortkommen sowie Hemmnisse für eine partnerschaftliche Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit. Mitte September hatte das Familienministerium zu einer Konferenz „Strategie für Europa – Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ eingeladen. Vertreter/innen aus 22 Ländern erörterten Maßnahmen für eine familiengerechte Politik und Arbeitswelt. Einig war man sich, daß es hier europaweit Handlungsbedarf gibt, daß eine engere Vernetzung der Initiativen und ein verbesserter Austausch über Modelle notwendig ist und daß es in allen Ländern ganze Maßnahmenbündel braucht. Unter anderem wurden genannt: flexible Arbeitszeiten, die auf den Lebensrhythmus der Familien Rücksicht nehmen; das Recht auf Teilzeitarbeit bei Erziehungs- und Pflegepflichten; ein Karenzgeld für alle ohne Erwerbshindernisse (gleitender Wiedereinstieg); betriebliche Weiterbildung während der Karenzzeit; flexible Kinderbetreuungsmodelle; Frauenförderpläne und familienorientierte Personalpolitik; Anerkennung der Erziehungsarbeit als Qualifikation.