KOMMENTAR_
Der Reichskanzler und Führer wurde wie ein Übermensch empfangen, die Erwartungen an ein besseres Leben, die sich an ihn knüpften, steigerten sich ins Unermessliche. Hitler wurde in eine göttliche Sphäre erhoben, dieser Führerkult trug seltsame, unglaubliche Blüten. So fand sich auf einem Grabstein im Friedhof von Pyhra (ein Dorf in der Nähe von St. Pölten) die Aufschrift: „Süsses Herz Adolf Hitler sei unsere Rettung." Der Gebetsruf „Süsses Herz Jesu ..." wird in der damaligen Zeit allgemein verwendet, seine Abänderung ist für Katholiken eine Blasphemie. Wie Menschen Hitler so blind vertrauen konnten und von ihm selbst Rettung aus dem Tod erwarteten, ist nicht zu erklären und schon gar nicht nachvollziehbar. Es ist so unglaublich, dass man verstummt. Die Realität hat die blinden Verehrer Hitlers zwar bald eingeholt, aber das „Süsse Herz Adolf Hitler ..." soll eine Mahnung bleiben gegen jede Vergötzung von Menschen – auch wenn sie nicht die abgrundtiefe Bösartigkeit Hitlers auszeichnet.
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