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Vor allem die Meinungsunterschiede beim Thema Asyl und Migration in Europa betreffen nicht nur die Politiker, sondern auch die Bischöfe aus West- und Osteuropa. Das musste vor allem Hollerichs prominenter Vorgänger, Kardinal Reinhard Marx, erkennen, der für den ComECE-Vorsitz nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren durfte. Der Jesuit Hollerich kündigte nun an, Gräben überbrücken zu wollen. Die ComECE will daher ein katholisches Austauschprogramm zwischen West-, Ost- und Südeuropäischen Diözesen initiieren, das Katholiken zusammenbringt. Beim Brexit solle es keine „aggressive Trennung“ von Großbritannien geben, wünscht sich Hollerich.
Für das Brückenbauen gibt das bisherige Leben des im luxemburgischen Differdange (Differdingen) geborenen Erzbischofs viel Erfahrung her: Schon während seines Studiums zog es den Europäer unter anderem nach Japan. Später wurde er Mitglied der dortigen Jesuitenprovinz und lehrte an der katholischen Sophia-Universität in Tokio Deutsch und Französisch. 2011 kehrte er in seine Heimat zurück, um nach päpstlicher Ernennung Erzbischof von Luxemburg zu werden. Europa könne von Japan lernen, meinte Hollerich jüngst. Japan sei „ein Land, in dem Harmonie besonders wichtig“ sei. „Ein bisschen mehr Harmonie würde Europa wirklich guttun.“
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